Stromtrasse Sued.Link: SPD Wolfhagen und die MdL Hofmeyer und Gremmels nehmen Stellung

Die Nachricht von der Hochspannungstrasse quer durch das Wolfhager Land hat uns betroffen gemacht, kämpfen wir hier doch schon länger für die dezentrale Energiewende.

Umweltfreundlichen Strom so nah wie möglich am Verbraucher erzeugen lautet unsere Devise. In ganz Deutschland ist das auch zu einem großen Teil möglich, wie Studien zeigen, wenn konsequente Planung und die richtigen politischen Rahmenbedingungen  vorhanden sind.
Zudem ist es volkswirtschaftlich die kostengünstigste Variante der Energiewende. Selbstverständlich muss das bundesweite Stromnetz an die neuen Strukturen angepasst werden, und zwar regional wie überregional. Das ist möglich, allerdings durch intelligenten Ausbau bestehender Trassen, Einsatz moderner Technologie zur Leistungssteigerung und dann nur vereinzelten Lückenschlüssen durch Neubauten.

Kapazität zu groß, andere Lösungen unberücksichtigt

Was uns jetzt hier präsentiert wird ist aus unserer Sicht das Ergebnis einer Fehlplanung. Sie ist so ausgelegt, dass auch bei der höchsten anzunehmenden Leistungsspitze der angeschlossenen Windparks, die nur sehr selten auftritt (wenn überhaupt)der gesamt erzeugte Strom abgeführt werden kann. Diesen abzuregeln wäre eine Kleinigkeit und kaum ein Verlust für die Anlagenbetreiber. Zum Vergleich: Jeder Privatmann, der heute eine Photovoltaikanlage baut, muss diese in der Leistung begrenzen, bzw. die Möglichkeit zum Abregeln vorsehen – das ist technisch nichts anders. Warum gelten für Privatleute solche strengen Regeln, für Großinvestoren aber nicht?

Auch ist gar nicht klar, ob alle vorgesehene Windparks überhaupt gebaut werden, sind sie doch in bau und Unterhaltung erheblich teurer als Windenergie an Land oder sogar Photovoltaik.
Zu befürchte ist doch hierauch, dass primär billiger Strom aus Importkohle nach Süddeutschland geleitet werden soll. So geht Energiewende nicht.

Diese Fakten bestärken uns, gegen diese Trasse zu plädieren. Und zwar nicht, weil sie vor unserer Haustür liegt, sondern weil wir darin grundsätzlich eine gigantische Fehlinvestition sehen, die wir alle zu bezahlen haben.

Es gilt nicht das Sankt Florians Prinzip – wenn die Trasse für die Umsetzung der Energiewende wirklich unverzichtbar wäre hätten wir nichts dagegen, ein sauberes Planverfahren mit allen erforderlichen Prüfungen vorausgesetzt. Unsere Landschaft üird dadurch genauso viel oder wenig „zerstört" wie durch Burgen, Dörfer, Brücken Straßen oder Windmühlen – sie würde verändert so wie sie schon seit Jahrhunderten ständig verändert wird.

MdL Hofmeyer: Netzbetreiber müssen umgehend die Öffentlichkeit informieren

Seit die Pläne der Netzbetreiber Tennet und TransnetBW für eine 800 Kilometer lange Gleichstromtrasse (SuedLink) bekannt gegeben wurden, fordert die hiesige SPD-Landtagsabgeordnete Brigitte Hofmeyer, Bürger und Kommunen umgehend über den möglichen Trassenverlauf zu informieren. Nach derzeitigem Planungsstand wird die Trasse zu großen Teilen durch Hessen führen. von Volkmarsen kommend wird die Leitung bei Breuna-Wettesingen ins Wolfhager Land eintreten, an Breuna vorbei in Richtung Niederelsungen und Nothfelden verlaufen und an Bründersen und Altenstädt vorbei das Gebiet der Gemeinde Bad Emstal erreichen. Ab Sand soll sie der Bundesstraße folgen und den Landkreis Kassel in Richtung Fritzlar verlassen. „Nur mit Transparenz und Beteiligung,“ so Hofmeyer, „erreicht man auch Akzeptanz“.

Den entsprechenden Berichtsantrag der SPD-Fraktion unterstützt die Abgeordnete aktiv. Darin wird die Landesregierung aufgefordert, in der nächsten Sitzung des Wirtschaftsausschusses des Landtags darzustellen, wie sie im laufenden Planungsverfahren, das in der Hand der Bundesnetzagentur liegt, die hessischen Interessen wahren will und in welcher Form sich die Landesregierung in die Planung einbringen will.

Die Ankündigung des hessischen Wirtschaftsministers, sich für Erdkabelabschnitte einzusetzen, begrüße die SPD ausdrücklich, erklärt Hofmeyer. „Diese sind bei Gleichstrom technisch einfacher zu realisieren und daher auch kostengünstiger. Ich möchte aber auch wissen, welche Abschnitte der Trasse auf hessischem Boden nach Einschätzung der Landesregierung als Erdkabel geführt werden können."

MdL Timon Gremmels: Landesregierung muss Bürgerbeteiligung bei der Planung der Stromtrasse „Sued.Link" sicherstellen

Die hessische SPD-Landtagsfraktion fordert von der Landesregierung Aufklärung über Details der Planung zum Trassenverlauf der Gleichstromverbindung „Sued.Link". Einen Schwerpunkt legt sie dabei auf die Beteiligung der betroffenen Bürger und Kommunen. Dazu hat die Fraktion einen dringlichen Berichtsantrag eingebracht, der bei der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Energie und Verkehr am Donnerstag, dem 20. Februar 2014, ab 14 Uhr (Raum 510 W) beraten wird. Die SPD wird für diesen Tagesordnungspunkt Öffentlichkeit beantragen.

„Auch wenn die Trasse von der Firma Tennet und der Bundesnetzagentur geplant und umgesetzt wird, wollen wir von der Landesregierung wissen, in welcher Weise das Land bei der Bedarfsermittlung, der Planung und Durchführung des Projekts „SuedLink" eingebunden war und ist. Zudem ist für uns von besonderer Bedeutung, wie die Landesregierung dafür sorgen wird, dass die Planung in einem transparenten Verfahren erfolgt und die potentiell betroffenen Kreise, Städte und Gemeinden sowie die Bürger in die Planung eingebunden werden", sagte der energiepolitische Sprecher der Gremmels am Montag in Wiesbaden.

Die SPD-Fraktion wolle außerdem von Wirtschaftsminister Al-Wazir wissen, welche Abschnitte der Trasse auf hessischem Boden nach heutigem Stand als Erdkabel geführt werden könnten und wie er dies beim Vorhabenträger durchsetzen wolle, so Gremmels. Die Stromtrasse werde nach heutiger Planung durch die Landkreise Kassel, Waldeck-Frankenberg, Schwalm-Eder, Hersfeld-Rotenburg und Fulda führen.